Schimmelrisiko im Keller nach feuchten Sommermonaten
Nach einem Sommer mit hoher Luftfeuchtigkeit und häufigen Niederschlägen zeigt sich in vielen Kellern ein vertrautes Bild: Wände fühlen sich klamm an, Ecken riechen muffig, und an der Decke bilden sich erste dunkle Flecken. Die Feuchtigkeit dringt dabei nicht immer über sichtbare Undichtigkeiten ein. Oft reicht bereits die warme, wassergesättigte Luft, die beim Lüften in den kühleren Keller gelangt und dort kondensiert. Wer diesen Mechanismus kennt, kann früh gegensteuern, bevor sich Schimmel dauerhaft einnistet.
Entscheidend ist, welche Materialien im Keller gelagert werden, denn sie bestimmen, wie lange die Feuchtigkeit im Raum bleibt. Besonders problematisch sind saugfähige Stoffe wie Textilien, Holz, Papier und Karton. Sie nehmen die Feuchtigkeit aus der Luft auf, speichern sie über Wochen und geben sie nur langsam wieder ab. Wer regelmäßig Pappkartons im Keller aufbewahrt, kennt das Problem: Nach der ersten feuchten Phase verlieren sie ihre Stabilität, und beim zweiten Durchgang zerfallen sie oft vollständig. Das liegt daran, dass die Wellpappe ihre Struktur verliert, sobald die Fasern einmal gequollen sind.
Auch mineralische Baustoffe reagieren unterschiedlich. Beton und Ziegel können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne sofort Schaden zu nehmen, doch sie wirken dabei wie ein Puffer, der die Luftfeuchtigkeit im Keller über Tage hochhält. Gipskartonplatten und Kalkputz hingegen sind deutlich empfindlicher: Sie saugen Wasser auf, werden weich und bieten Schimmelsporen ideale Bedingungen. Selbst scheinbar harmlose Gegenstände wie Bücher, Aktenordner oder Kleidung in Kartons tragen dazu bei, dass die relative Luftfeuchtigkeit im Raum über 70 Prozent steigt – ein Wert, ab dem Schimmelwachstum praktisch unvermeidlich wird.
Wer das Risiko senken will, sollte nach feuchten Sommermonaten gezielt prüfen, welche Materialien noch trocken sind und welche bereits Feuchtigkeit gezogen haben. Feuchte Kartons, Textilien und Papier gehören entsorgt, nicht getrocknet und erneut eingelagert. Für die dauerhafte Lagerung eignen sich Kunststoffboxen mit dichten Deckeln, Metallregale und Paletten, die einen Luftspalt zum Boden lassen. Zusätzlich hilft ein Hygrometer, das die Luftfeuchtigkeit im Blick behält, sowie konsequentes Lüften nur an trockenen, kühlen Tagen. So lässt sich verhindern, dass der Keller nach jedem feuchten Sommer erneut zum Schimmelrisiko wird.